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KURZFASSUNG DER STUDIE

1. Auszüge aus Studie [1] der BQN- Vorphase durch die Universität Bielefeld, Fakultät für Pädagogik Untersuchungsbereiche der Studie: (Zitate)

§ „Zum einen ging es in diesem Bericht um den Migrant/innenanteil an den verschiedenen Schultypen, wobei das Zahlenmaterial innerhalb der Region aber auch landesweit verglichen wurde, aber auch nach geschlechtsspezifischen Merkmalen sowie dem Merkmal der Nationalität und dem differenzierenden Merkmal ,,Aussiedler/Ausländer“. ..
§ ...Der zweite Bereich widmete sich dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt der Region. Untersucht wurde die Entwicklung der Anzahl der Ausbildungsstellen und der Bewerber/innen in der Region...
...Auch der schulische Ausbildungsmarkt wurde untersucht...
§...Der dritte große Untersuchungsbereich galt den Beratungsstellen. Relevante Daten der Arbeitsämter der Region wurden ausgewertet.“

a. Einige ausgewählte Ergebnisse der quantitativen Untersuchung an Schulen in Bielefeld, Kreis Herford und Kreis Gütersloh

Zusammenfassende Betrachtung
„In den Haupt- und Sonderschulen ist der Anteil der Schüler/innen mit Migrationshintergrund besonders hoch. Er liegt in allen drei untersuchten Städten und Kreisen über dem Vergleichswert der Schulen in NRW. Dabei verschärft sich die Problematik beim Blick auf Bielefeld. Hier fallen besonders die hohen Werte der Migrant/innen an den Hauptschulen (61,1%) und an den Sonderschulen (39 %) auf.
In allen Schulformen sind türkische Schüler/innen am häufigsten vertreten. In den Haupt- und Sonderschulen sind die männlichen Schüler stark überrepräsentiert. Während bei anderen Nationalitäten die Geschlechterverteilung nahezu ausgeglichen ist, liegen bei den türkischen Schüler/innen die Männer in allen untersuchten Städten und Kreisen deutlich vorn.
Bezogen auf die Nationalitäten gehören Schüler/innen aus Ex-Jugoslawien in Bielefeld und Herford in allen Schulformen zu den drei häufigsten vertretenen Nationen. Nur in Gütersloh sind sie verstärkt in den Haupt- und Sonderschulen anzutreffen.
Während es in Bielefeld in fast allen Schulformen mehr Ausländer/innen als Aussiedler/innen gibt, ist das Verhältnis in Herford und Gütersloh anders. Hier überwiegen die Schüler/innen mit Aussiedlerstatus. Nur in den Sonderschulen sind deutlich mehr Ausländer/innen.“

b. Ausgewählte Ergebnisse der qualitativen Untersuchung- Befragung von Schüler/innen in Bielefeld

Die Bedeutung der Eltern
„Die Bedeutung der Eltern für die berufliche Zukunft der Jugendlichen nimmt ab. Die Vorbildfunktion der Eltern hat keine große Bedeutung mehr. Zum einen sind viele Eltern arbeitslos, zum anderen tendieren besonders Schüler/innen zu Branchen, in denen ihre Eltern nicht vertreten sind. Auch als Informationsquelle haben sie nur einen untergeordneten Rang. Die meisten Befragten können keine Angaben zum Schulabschluss ihrer Eltern machen. Ein Indiz dafür, dass in den Familien über diese Thematik eher unzureichend gesprochen wird...“
Diese Aussagen müssen dahingehend differenziert werden, dass viele Eltern keine Informationen über das Schul- und Ausbildungssystem in Deutschland bzw. ihrem Bundesland haben. Viele haben Ihre Abschlüsse im Heimatland erworben und deshalb kann man sie nicht mit Abschlüssen in Deutschland vergleichen. Dass die Themen, schulische und berufliche Bildung ihrer Kinder, sehr viele Eltern interessiert und dass sie großen Wert auf eine gute Qualifikation ihrer Kinder legen, haben viele Studien bestätigt.
Da es sich hier um eine qualitative Untersuchung handelt, kann man die Ergebnisse nicht generalisieren. Eine verbesserte Information der Migrant/innen über das unübersichtliche Schul- und Ausbildungssystem, welches auch „Einheimische“ Eltern vor große Schwierigkeiten stellt, würde hier hilfreich sein.

c. Einige ausgewählte Ergebnisse der quantitativen Untersuchung zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt in OWL

Bei diesem Teil Studie ist zu beachten, dass bei den quantitativen Daten, die eingebürgerten Jugendlichen mit Migrationshintergrund und die Jugendlichen aus Aussiedlerfamilien, leider nicht erfasst werden konnten. Die Zahlen beziehen sich größtenteils auf Jugendliche mit ausländischem Pass. Diese Zahlen wären ansonsten deutlich höher.
Betrieblicher Ausbildungsmarkt:
Entwicklung (1998 – 2002) – Ausbildungsstellen, Bewerber/innen
§ Bielefeld/Gütersloh: Das Verhältnis zwischen Ausbildungsstellen und Bewerber/innen hat sich im Arbeitsamtbezirk Bielefeld/Gütersloh von 1998 bis 2002 verbessert. Wichtigster Grund: stark rückläufige Entwicklung der Bewerber/innenzahl (1999: 5.935,2002: 5.191). Jedoch gibt es auch einen starken Rückgang an Ausbildungsstellen (2001:5.516, 2002:4.785). 2002 standen also 4.785 Angebote für 5.191 Suchende zur Verfügung. Eine Differenz von 406.
§ Herford: Das Verhältnis von Ausbildungsstellen und Bewerber/innen hat sich auch hier verbessert. Doch lag das Angebot an Ausbildungsstellen in den Vergleichsjahren immer über der Anzahl der Bewerber/innen. 2002 gab es 4.165 Angebote für 3.870 Suchende. Ein gleichzeitiger Rückgang von Angebot und Nachfrage ist seit 1998 zu verzeichnen.“
Nicht vermittelte Bewerber/innen mit ausländischem Pass - Für die gesamte Region gilt, dass die Nichtvermittlungsquote in den letzten zwei Jahren kontinuierlich steigt. Am höchsten ist sie in Bielefeld mit knapp 10% im Jahr 2002, gefolgt von Gütersloh (5,7%) und Herford (3,5 %). Im regionalen und landesweiten Vergleich sind die ausländischen Bewerber/innen im Arbeitsamtbezirk Bielefeld/Gütersloh am stärksten betroffen; seit 2000 steigt die Nichtvermittlungsquote hier kontinuierlich an (2000: 70 nichtvermittelbare ausländische Bewerber/innen, 2001: 93, 2002: 104). Und das vor dem Hintergrund, dass sich der landesweite Trend insgesamt durch bessere Vermittlung ausländischer Bewerber/innen auszeichnet. In der ganzen Region sind es insbesondere die männlichen Bewerber, die zu den Nichtvermittelten gehören. Um den Ursachen dieser Entwicklung auf den Grund zu gehen, wurden die Bildungsabschlüsse der nicht vermittelten Bewerber/innen in Bielefeld/Gütersloh analysiert. Ein wichtiges Ergebnis kam beim Vergleich zwischen deutschen und ausländischen nicht vermittelten Bewerber/innen heraus. Eine hohe Diskrepanz zeigte sich hier bei den nicht vermittelten Bewerber/innen, die einen höheren Bildungsabschluss als die Mittlere Reife hatten. Im Vergleich zu den deutschen lag die Nichtvermittlung der ausländischen Bewerber/innen um rund 12 % höher. Das Qualifikationskriterium scheint nicht allein über die Vermittlung von ausländischen Bewerber/innen und Bewerbern zu entscheiden, vielmehr ist davon auszugehen, dass die Vermittlungsschwierigkeiten auch mit dem Migrationshintergrund zusammenhängen

d. Arbeitslosigkeit

Betrachtet man den Anteil der ausländischen Arbeitslosen unter 25 Jahren gemessen an der Grundgesamtheit der Ausländer unter 25 Jahren, so ist die Region Bielefeld hier weit über dem Durchschnitt des Landes NRW. Mit einem Mittelwert von 31,6 % aus den Jahren 1998 bis 2002 liegt Bielefeld fast 8 % über dem NRW-Vergleichswert. 1998 waren 853 MigrantInnen unter 25 Jahren in Bielefeld arbeitslos, 2000 waren es 668 und 2002 waren es 932. Die Region Herford liegt im Gegensatz dazu knapp 8 Prozent unter dem Landeswert (1998: 497 arbeitslose MigrantInnen unter 25 Jahren, 2000: 413, 2002:421).
Differenziert nach Geschlecht und Staatsangehörigkeit wird sichtbar, dass männliche ausländische Jugendliche in allen Regionen an stärksten von der Arbeitslosigkeit betroffen sind.
Diese Ergebnisse zeigen, dass bei wirtschaftlich schlechten Zeiten, (junge) Migrant/innen stärker von Ausbildungs- und Arbeitslosigkeit betroffen sind. Dieses ist eine Tatsache, die ethnische Minderheiten in fast allen Ländern erleiden müssen. Deshalb sind in diesen Zeiten besondere Anstrengungen nötig und wichtig, um diesen Umstand mit gebündelten Kräften, auch seitens der Migrantenselbstorganisationen, der ausländischen Unternehmen in Kooperation mit den regionalen Ausbildungs- und Arbeitsmarktakteuren anzugehen. Das Klima und das Umfeld muss verändert werden, um allen Jugendlichen eine Zukunftsperspektive zu geben.

2. Konsequenzen für die Arbeit vom BQN in OWL aufgrund der Ergebnisse der regionalen Situationsanalyse

Bei den Ergebnissen der Situationsanalyse wird deutlich, dass im Wirtschafts- und Sozialraum Bielefeld, Gütersloh und Herford regionale Schwächen und Stärken bzw. Unterschiede im Themenfeld Übergang Schule/Beruf bestehen.
Die Hauptaufgabe von BQN in OWL muss es sein, die kommunalen Best-Practice- Ansätze in Ostwestfalen-Lippe ausfindig zu machen und in andere Kommunen zu transportieren. Hierbei müssen die kommunalen Ausbildungsmarktakteure zunächst durch Fachtagungen und Arbeitstreffen zusammengebracht werden und im nächsten Schritt mit Unterstützung des BQN in OWL- Teams, die vereinbarten Ansätze und Ideen umsetzen. Diese Fachtagungen dienen auch der Vernetzung der Akteure und der Verbreitung der guten, kommunalen Ansätze.


[1] aus Dokumentation: „Zwischen Schule und Beruf- Migrantinnen und Migranten in der Region Bielefeld, Gütersloh, Herford“ der Universität Bielefeld, Fakultät für Pädagogik, AG 10. Gefördert im Rahmen der BQN-Vorphase durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)