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Berufliches Qualifizierungsnetzwerk für Migrantinnen und Migranten in der Sächsischen Schweiz

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Situationsanalyse

BQN Sächsische Schweiz
Ergebnisse der Vorphase 01.01.-30.06.2003


1. Jugendliche mit Migrationshintergrund



2. Diskutierte Ergebnisse

  1. Die große Mehrheit der jugendlichen Migranten empfindet weder die Region noch ihr Herkunftsland als Heimat. Diejenigen Jugendlichen, die sich sozial-kulturell integriert fühlen, haben dafür im Durchschnitt eine etwa 3jährige Phase intensiver Kontakte und sozialer Einbettung benötigt. Diese Jugendlichen haben zugleich deutlich bessere Aussichten für eine erfolgreiche berufliche Integration.
  2. Die Familie wird (anders als bei der Vergleichsgruppe deutscher Jugendlicher) als wichtigstes soziales Unterstützungssystem empfunden. Die meisten Jugendlichen wohnen noch bei der Familie oder im Wohnheim. Jedoch versagt gerade die Familie bei der beruflichen Orientierung!
  3. Die Inklusionsbedingungen für eine erfolgreiche berufliche Integration werden von Jugendlichen, Verantwortlichen in Betrieben und Trägern zum Teil recht unterschiedlich bewertet. Während z.B. Betriebe persönliche und soziale Kompetenzen sehr hoch bewerten, wird die Bedeutung dieser Kompetenzen von Bildungsträgern erstaunlicherweise eher als gering eingeschätzt. Bildungsträger legen dafür Wert auf schulisch organisierte Wissensvermittlung (möglicherweise geschuldet den Vorgaben finanzierender Auftraggeber, die nur „nachweisbare“ Qualifizierung vergüten).
  4. Besonders die weit überwiegende Anzahl kleinerer Unternehmen äußert generelle Vorbehalte gegenüber der Ausbildung bzw. Beschäftigung „ausländischer“ Jugendlicher. Dieses Ergebnis steht im Widerspruch zu der ebenfalls geäußerten Auffassung, dass allein Leistung und Arbeitsverhalten für eine Einstellung ausschlaggebend sind.
  5. Die große Mehrheit der befragten Jugendlichen ist motiviert für Ausbildung und Erwerbsarbeit. Jedoch fehlt es häufig an einer ausreichenden beruflichen Orientierung sowohl in Bezug auf die Anforderungen der Betriebe als auch in Bezug auf Chancen des regionalen Arbeitsmarktes und auch in Bezug auf das deutsche Berufsbildungssystem.


3.Regionale wirtschaftliche Entwicklungstendenzen

Die wirtschaftlich-soziale Situation des Landkreises Sächsische Schweiz wird durch Entwicklungen der Euroregion Elbe/Labe geprägt. Eine aktuelle Regionalstudie der Technischen Universität Dresden sieht die Stärke der Region in den (grenzüberschreitenden) Potenzialen der Wirtschaft und der Wirtschaftsstruktur.


Schwächen der Region liegen im Handlungsfeld Bildung und berufliche Bildung sowie in der noch mangelnden Herausbildung einer regionalen Identität in der deutsch-tschechischen Euroregion


Die berufliche Orientierung jugendlicher Migranten muss stärker an die Chancen des regionalen Arbeitsmarktes anschließen, als die bisher der Fall ist.


Wirtschaftliche Potenziale (Auszug):


Schwächen in den Handlungsfeldern Bildung und berufliche Bildung (Auszug):


4. Problemdarstellung

Der Landkreis Sächsische Schweiz liegt in der deutsch tschechischen Euroregion Elbe/Labe und hat die längste Grenze des Freistaates Sachsen zum Nachbarland Tschechien.


Der Kreis wird kategorisiert als „Gebiet ohne Verdichtungsansatz im ländlichen Raum“. Kennzeichnend dafür sind die (vgl. hierzu Statistisches Landesamt Kamenz).


Die stark anhaltende Arbeitslosigkeit, nur zögernde wirtschaftliche Entwicklungen, fehlende Ausbildungsplätze lassen unter einer Vielzahl von Menschen diffuse Angstgefühle, Fremdenfeindlichkeit oder gar Hass gegenüber den neuen potentiellen Arbeitskräften aufkommen.


Die Bevölkerungsentwicklung im Landkreis Sächsische Schweiz ist stark rückläufig.


Der Abwanderungsdruck in den ländlichen Regionen wird ab 2006 extrem steigen, da in den Ballungsgebieten der Fachkräftemangel verstärkt einsetzt.


In den ländlichen Räumen gibt es keine flächendeckende Infrastruktur der Jugendhilfe.


Die derzeitige Zentralisierung (Schulen, Wirtschaft, Kultur, medizinische Versorgung) gefährdet die Perspektive in den ländlichen Regionen.